Ich habe mir jetzt 3 Tage den Kopf zerbrochen, was ich kluges zu den Bildern von den Schlachtfeldern der Normandie schreiben könnte. Zu guter Letzt lasse ich die Bilder einfach selbst sprechen.
Monat: Mai 2016
Eine kleine Überraschung in Cherbourg
Dieser wunderschöne Markt findet jeden Donnerstag in Cherbourg statt. Ich halte meine Empfehlung kurz : probiert die Bratwurst vom Holzkohlegrill, sie wird von den Familien die die Stände betreiben selbst hergestellt und ist das Beste in Sachen Streetfood das mir je untergekommen ist. Wichtig : die 30Cent extra für geschmorte Zwiebeln sind gut angelegt.
Mont-Saint-Michel – ein Lehrbuch wird Wirklichkeit
Der Mont-Saint-Michel und sein englischer Bruder faszinieren mich schon seit meiner Schulzeit, da sich im jeweiligen Sprachlehrbuch Bilder befanden und ich diese während des Unterrichts häufig betrachtete – und zugegebenermaßen häufig meine Gedanken dorthin schweifen ließ 😂
Nach über 20 Jahren werde ich dieses Jahr Beides sehen, zunächst aber die französische Ausgabe.
Aufgrund eines Tipps unserer Herbergsmutter Marylin des gleichnamigen Bed & Breakfasts waren wir zunächst Zeugen, wie die Schafe des Mont-Saint-Michel von der Weide getrieben wurden – herrlich.
Bei Einbruch der Dämmerung brachen wir schließlich zum eigentlichen Ziel unseres Ausflugs auf und hatten die Festungsanlage fast für uns alleine – ein Geschenk, da sich die Touristen dort sonst die Füße platt treten. Der Mont-Saint-Michel ist nämlich ein wirklich traumschöner Ort, der am Abend, wenn die Touristenmassen verschwunden und die Shops geschlossen sind, seine ganz eigene, urtümliche Stimmung entfalten darf.
Die Shops sind allerdings doch noch erwähnenswert, da sie mich an der ein oder anderen Stelle ganz intensiv an mein heiß und innig geliebtes Disneyland erinnerten. Ein Schelm wer Böses dabei denkt und behauptet, die Disney Imagineers seien hier am Werk gewesen…
Deauville -Flucht aus der Realität
Wenn man die Normandie, insbesondere die Küstenabschnitte, besucht, kommt man kaum umhin, Kriegsschauplätzen des Zweiten Weltkriegs zu begegnen. Tatsächlich könnte ich mir keinen besseren Reisebegleiter als Torsten vorstellen, der Bunkeranlagen, Anladeplätze der Alliierten und Soldatenfriedhöfe besser kommentieren und erklären könnte. Ein Historiker im Haus hat schon Vorteile.
Das Grauen ist auch nach all den Jahrzehnten allgegenwärtig und hat die betroffenen Küstenabschnitte wie Omaha Beach so nachhaltig verändert, dass dort an entspannten Urlaub gar nicht zu denken ist.
Deauville war somit eine willkommene Abwechslung. Der morbide Charme dieses Promi-Hotspots (was Deauville früher einmal gewesen sein muss) hat uns wirklich sehr gut gefallen, auch wenn wir zunächst irrtümlicherweise im direkt nebenan gelegenen Trouville gelandet sind. Mondäne Casinos beherbergen in jedem Fall beide Städte – eine Pferderennbahn jedoch nur Deauville. Und die Boutiquen der großer Marken lassen darauf schließen, dass dort die Prominentendichte wenigstens im Sommer zum Filmfestival sehr hoch sein muss.
Yport oder das Wesen der Normandie
Da wir einige besorgte Anfragen bekommen haben: es geht uns natürlich gut. Wir hatten leider in den letzten zwei Tagen kein W-Lan in unseren Unterkünften, deshalb sind wir etwas in Verzug geraten.
Doch zurück zum Thema :
Man kann sich auf einer Reise wie der unsrigen nie wirklich sicher sein welche Orte sich besonders ins Bewusstsein drängen. Es gibt Orte an denen man stehenbleiben und verweilen möchte. Orte die zum raschen weiterziehen auffordern. Und Orte die einen tief im Inneren berühren. Letztere Orte sind selten und mancher Mensch bekommt vielleicht nie einen dieser besonderen Plätze zu Gesicht. Richtig kompliziert wird es wenn man in Betracht zieht, dass wir alle verschieden sind und so auch unterschiedlich auf die Welt die uns umgibt reagieren. Aber ich schweife ab. Wir hatten nie geplant nach Yport zu kommen. Genau genommen sind wir einfach zwei Stunden früher als geplant an unserer Unterkunft angekommen und wollten die Zeit nutzen in den nächsten Ort zu fahren. Ich sollte dazu sagen, dass wir an diesem Tag bereits Dieppe und den Strand von Puys besucht haben wo der gescheiterte Versuch der Alliierten 1942 eine Front im Westen zu eröffnen einen hohen Blutzoll gefordert hatte. Manche Orte atmen die Vergangenheit und der Strand von Puys gehört sicher dazu. Kurzum: Wir konnten einen schönen Abend gebrauchen um unsere nachdenkliche Stimmung zu vertreiben, bevor wir am folgenden Tag zu den Orten der Invasion in der Normandie 1944 weiter reisen würden. Yport ist ein kleines Seebad, dass sich in eine Bucht der Normanischen Steilküste duckt. Die kleinen Häuser aus der Mitte des 19. Jahrhunderts liegen gepflegt entlang enger Straßen inmitten eines Waldes der den Ort gegen die Landseite hin umgibt. Die Bucht an sich misst vielleicht 500m in der Breite und ist umgeben von spektakulären Steilhängen, in deren Kalk und Feuerstein sich das Licht der Abendsonne fängt. Wir sind, die Verbotsschilder geflissentlich übersehend, entlang der westlichen Klippe bis ans Ende der Bucht geklettert. Dort, umgeben von Fels, Sonne, Wind und Gischt den Tag enden zu sehen wird als Erinnerung bleiben und Bilder können nur im Ansatz vermitteln wie sich das angefühlt haben mag. Auf jeden Fall sind wir hier dem Wesen der Normandie so nahe gekommen wie man es als Außenstehender eben vermag.
Auf Empfehlung unseres Gastgebers für diese vorhergehende Nacht hatten wir früher am Tag bereits das hübsche Städtchen Mers-les-Bains erkundet und uns auf dem Markt mit Käse und Brot eingedeckt. In diesem Badeort, dessen früherer Glanz noch zu erkennen ist, konnte sich Nina auch mit einem dringend benötigten Badeanzug eindecken. Ein voller Koffer heißt nicht, dass auch alles dabei ist.
Hier noch ein paar Bilder aus Mers-les-Bains, Puys und ein paar die sonst nirgendwo reinpassen. Man bemerke die Hochgeschwindigkeitsschnecke!
Wo liegt eigentlich Pende?
Ihr habt noch nie etwas von Pende (über dem zweiten e ist ein Apostroph. Leider habe ich noch nicht herausgefunden wie ich das auf der Tablet Tastatur dahin bekomme wo es hin soll…) gehört? Keine Angst, ihr habt nichts verpasst. Pende ist der schöne Name zweier sich kreuzender Straßen die, vermutlich weil der Anstand es gebietet und sie nichts besseres vor hatten, ein Dorf bilden. Was treibt uns nun dazu unsere zweite Etappe hier enden zu lassen? Erst einmal die simple Tatsache, dass es Pfingsten ist und halb Europa offenbar derzeit in der Picardie ein verlängertes Wochenende einlegt. Ein weiterer Vorteil von Pende ist seine Lage. Wir haben uns für diese Etappe etwa 150km vorgenommen – das hat grob gepasst und uns zudem in die unmittelbare Nähe des malerischen St. Valery sur Somme gebracht. St. Valery ist in jedem Fall einen Besuch wert und das unscheinbare Pende als unmittelbarer Nachbarort wird so plötzlich zum Geheimtipp (jetzt wohl etwas weniger geheim) . Die Stadt an der Mündung der Somme beherbergte schon – wenn auch eher unfreiwillig – die französische Nationalheldin Jean d’Arc. Neben einer malerischen Altstadt und einer wunderbaren Uferpromenade finden sich hier zahlreiche sehr gute Restaurants und kleine Geschäfte die zum Bummeln einladen.
Ein Roadtrip wäre allerdings kein Roadtrip wenn wir nur stur unsere Etappen runterspulen würden. Also haben wir uns einen kleinen Abstecher nach Calais erlaubt. Calais? Das ist doch nur der Hafen und das Euro-Tunnel-Terminal und sowieso total hässlich! Findet ihr? Dann schaut euch mal die Bilder an. 😉
Das wäre es für heute Abend auch schon gewesen.
Gute Nacht!
TF
Willkommen bei den Sch’tis!
Unsere erste Etappe ist gleichzeitig die internationalste unserer kompletten Tour: Von Darmstadt aus ging es durch Teile der Niederlande und Belgien – selbst der Brüsseler Ring konnte uns nicht dauerhaft aufhalten – zu unserem heutigen Tagesziel im hohen Norden Frankreichs: Bergues.
Einer breiten Öffentlichkeit ist die alte Festungsstadt mit der beschaulichen Altstadt, den imposanten Stadtmauern und dem weithin sichtbaren Glockenturm bekannt geworden durch den Film „Willkommen bei den Sch’tis“. Wir müssen zugeben, dass das auch unser Grund war unseren Roadtrip hier zu beginnen.
Ihr mögt uns verzeihen, wenn wir nach 6 1/2 Stunden im Auto und einem großartigen Abendessen ( Le Bruegel – klare Empfehlung!) etwas müde sind und es deshalb für heute dabei bewenden lassen. Hier sind noch ein paar Bilder von heute. Morgen geht es weiter über Calais bis an die nördlichen Ausläufer der Normandie.
Schlaft gut!
Es ist Morgen und eine kleine Ergänzung lasse ich mir nicht nehmen : wenn das was wir in unserem Bed and Breakfast bekommen haben ein „kleines Frühstück“ ist – was ist dann ein normales oder ein großes und wie kann irgendjemand das zu sich nehmen und danach noch irgendwas zustande bringen? Mit dieser Überlegung lasse ich euch jetzt alleine.
Es geht weiter. 😊
Auf geht’s
Morgen geht es los!
Die Planung ist abgeschlossen, die Koffer fast gepackt. Sogar das Auto ist frisch gewaschen. Morgen früh geht es los zu unserer Tour entlang der Küste Frankreichs. Drei Wochen werden wir uns an der Atlantik-Küste von Bergues im Nord-Pas-de-Calais bis nach Bilbao & Logroño entlang „arbeiten“. Dort ist noch lange nicht Schluß, denn auch die Heimreise will genossen werden. Unsere Eindrücke möchten wir hier mit euch teilen.
In diesem Sinne: Bon voyage!










































































