Da wir einige besorgte Anfragen bekommen haben: es geht uns natürlich gut. Wir hatten leider in den letzten zwei Tagen kein W-Lan in unseren Unterkünften, deshalb sind wir etwas in Verzug geraten.
Doch zurück zum Thema :
Man kann sich auf einer Reise wie der unsrigen nie wirklich sicher sein welche Orte sich besonders ins Bewusstsein drängen. Es gibt Orte an denen man stehenbleiben und verweilen möchte. Orte die zum raschen weiterziehen auffordern. Und Orte die einen tief im Inneren berühren. Letztere Orte sind selten und mancher Mensch bekommt vielleicht nie einen dieser besonderen Plätze zu Gesicht. Richtig kompliziert wird es wenn man in Betracht zieht, dass wir alle verschieden sind und so auch unterschiedlich auf die Welt die uns umgibt reagieren. Aber ich schweife ab. Wir hatten nie geplant nach Yport zu kommen. Genau genommen sind wir einfach zwei Stunden früher als geplant an unserer Unterkunft angekommen und wollten die Zeit nutzen in den nächsten Ort zu fahren. Ich sollte dazu sagen, dass wir an diesem Tag bereits Dieppe und den Strand von Puys besucht haben wo der gescheiterte Versuch der Alliierten 1942 eine Front im Westen zu eröffnen einen hohen Blutzoll gefordert hatte. Manche Orte atmen die Vergangenheit und der Strand von Puys gehört sicher dazu. Kurzum: Wir konnten einen schönen Abend gebrauchen um unsere nachdenkliche Stimmung zu vertreiben, bevor wir am folgenden Tag zu den Orten der Invasion in der Normandie 1944 weiter reisen würden. Yport ist ein kleines Seebad, dass sich in eine Bucht der Normanischen Steilküste duckt. Die kleinen Häuser aus der Mitte des 19. Jahrhunderts liegen gepflegt entlang enger Straßen inmitten eines Waldes der den Ort gegen die Landseite hin umgibt. Die Bucht an sich misst vielleicht 500m in der Breite und ist umgeben von spektakulären Steilhängen, in deren Kalk und Feuerstein sich das Licht der Abendsonne fängt. Wir sind, die Verbotsschilder geflissentlich übersehend, entlang der westlichen Klippe bis ans Ende der Bucht geklettert. Dort, umgeben von Fels, Sonne, Wind und Gischt den Tag enden zu sehen wird als Erinnerung bleiben und Bilder können nur im Ansatz vermitteln wie sich das angefühlt haben mag. Auf jeden Fall sind wir hier dem Wesen der Normandie so nahe gekommen wie man es als Außenstehender eben vermag.
Auf Empfehlung unseres Gastgebers für diese vorhergehende Nacht hatten wir früher am Tag bereits das hübsche Städtchen Mers-les-Bains erkundet und uns auf dem Markt mit Käse und Brot eingedeckt. In diesem Badeort, dessen früherer Glanz noch zu erkennen ist, konnte sich Nina auch mit einem dringend benötigten Badeanzug eindecken. Ein voller Koffer heißt nicht, dass auch alles dabei ist.
Hier noch ein paar Bilder aus Mers-les-Bains, Puys und ein paar die sonst nirgendwo reinpassen. Man bemerke die Hochgeschwindigkeitsschnecke!
















